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Vize-Schweizermeisterin am Summerbike

Schon seit langem war die diesjährige Schweizermeisterschaft in Château – d’Oex in der Agenda rot markiert und ich wollte in Topform am Start stehen. Die letzten Wochen waren dann aber zäh, denn ich fühlte mich Energielos und alles andere als in Form. Das Rennen kam näher und mein Zustand nicht besser. Ende Woche musste ich es dann akzeptieren, dass ich es einfach nicht geschafft habe, pünktlich in der gewünschten Form zu sein und mir blieb nichts anderes übrig, als im Kopf damit umzugehen. 

Trotzdem wollte ich alles versuchen und nahm mir vor, bis zum letzten Meter zu kämpfen und alles aus mir herauszuholen. Denn so ganz aufgegeben hatte ich natürlich noch nicht, vielleicht geht es ja doch irgendwie gut.

Nun aber zum Rennen: 

Wie erwartet ging es gleich im ersten Anstieg zur Sache, denn Titelverteidigerin Irina Lützelschwab fuhr ein Tempo, welches keine andere mitgehen konnte. Janina Wüst versuchte es kurz, konnte dann aber auch nicht folgen. So fuhr ich an 4ter Stelle und vor mir Janina und Chrystelle Baumann, welche ich heute ganz klar als Medaillen Anwärterinnen sah. In der ersten Abfahrt konnte ich das Loch zu den beiden schnell schliessen. Ich fragte mich, ob nun beide auf Nummer sicher bergab fuhren, denn meiner Meinung nach, waren beides gute Abfahrer. 

Zu dritt ging es weiter und es war vor allem Chrystelle, die das Tempo machte, zumindest verschärfte sie jedes Mal, wenn Janina oder ich nach vorne wollten. 

Wieder zurück bei Start/Ziel ging es auf den zweiten Streckenteil und ich merkte, dass Chrystelle auf einmal Mühe bekam. Janina und ich zogen das Tempo weiter und so wurde die Lücke schnell grösser. Mir war bewusst, dass es nun im längsten Anstieg von knapp 700hm, wahrscheinlich beide gerne etwas versuchen wollten. Doch fühlte ich mich nicht in der Lage schneller zu fahren und merkte, dass Janina stark fuhr. Sie kam jedoch auch nicht weg, oder versuchte es nicht so aktiv, wie erwartet. Kurz vor dem höchsten Punkt kam das vorhergesagte Gewitter und ob wohl die Abkühlung angenehm war, waren nur wir zwei, ein paar Kühe und immer wieder Blitze zu sehen, sodass es eigentlich schöner gewesen wäre etwas zusammen zu bleiben :- ). Nun kannte ich aber die Strecke genau und wusste, dass ganz oben eine kurze, aber sehr steile Wiese auf uns wartete, die nun etwas nass war, sowie wahrscheinlich auch die Abfahrt. Ich sah Janina’s Reifen und wusste, wenn es zu nass wurde, wäre ich mit meiner Reifenwahl besser dran. So setzte ich mich gerade als wir in die Wiese einbogen nach vorne und tatsächlich hatte ich oben wenige Meter Vorsprung, nutzte dies in der Zwischenabfahrt aus und war so auch noch nach dem Gegenanstieg vorne. 

Nach der Abfahrt nach Rougemont konnte ich nun mit einem guten Vorsprung in die letzten 3 Anstiege starten. Nach dem ersten, dem längsten der drei, hatte ich bereits 3 min Vorsprung auf Janina, jedoch nach vorne zu Irina bereits 7min Rückstand. Somit war klar, dass, wenn nicht etwas Ungewöhnliches passiert, das Trikot nun definitiv weg war, aber es galt noch den zweiten Platz zu verteidigen. Ich fuhr weiterhin so schnell ich noch konnte, denn das Rennen ist erst im Ziel fertig und man weiss nie was noch kommt. So konnte ich nach letztem Jahr erneut als Vize-Schweizermeisterin durchs Ziel fahren, womit ich sehr zufrieden bin. Zwar habe ich ganze 6min auf Siegerin und Teamkollegin Irina verloren, welche erneut eine sehr starke Leistung zeigte, doch zweifelte ich ein paar Tage davor noch, ob es überhaupt für eine Medaille reichen würde. Schön, dass da doch noch Kräfte zu finden waren.
Deshalb ein grosses Dankeschön an alle, die mich besonders in den Tagen vor dem Rennen motiviert, unterstützt und an mich geglaubt haben. Und dem Team und allen für den Support während dem Rennen!