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2. Rang am Eiger Bike

Gestern war es wieder soweit und die Eiger Bike Challenge in Grindelwald stand auf dem Programm. Obwohl ich als Vorjahressiegerin mit sehr guten Erinnerungen anreiste, wusste ich, dass es dieses Jahr fast unmöglich wäre, dies zu wiederholen, denn es war um einiges besser besetzt. Wenn es aber fürs Podest reichen würde, wäre ich zufrieden.

So ging es also los und wie erwartet machten sich die spätere Siegerin Anna Weinbeer zusammen mit Teamkollegin Irina Lützelschwab aus dem Staub. Ich hängte mich zuerst an die Französin Margot Moschetti, doch nach etwa 20 Minuten am Limit musste ich etwas Tempo rausnehmen, denn ich wusste, dass ich sonst spätestens im letzten Anstieg eingehen würde. Da Moschetti meist schnell startet und ich ausserdem auch noch etwas auf die Abfahrt pokerte, machte mich dies noch nicht so nervös. Ich versuchte den Rückstand nicht allzu gross werden zu lassen und bemerkte, dass Moschetti nun wieder fast zu Irina aufschloss. Wie schon so oft, hatte ich im oberen Teil vom Anstieg zum Feld zu kämpfen und musste zusehen, wie der Abstand zu beiden immer grösser wurde. Doch kurz vor dem höchsten Punkt stand Irina mit einer gerissenen Kette, ich bot kurz Material/Hilfe an, doch sie meinte ich solle weiterfahren. Obwohl ich in der Abfahrt gefühlt keine einzige Linie traf, konnte ich beinahe zu Moschetti aufschliessen und die letzten Meter dann im Zwischenteil zum Bord schliessen. In den kurzen Trails war ich jeweils etwas schneller, sodass sie jedes Mal mehr Energie brauchte, das Loch wieder zu schliessen. Doch dies schaffte sie im Aufstieg zum First erneut, da wusste ich, dass sie heute wirklich stark berghoch fuhr. Nur mit Mühe konnte ich ihr Tempo dann bis oben zum Bachalpsee mitfahren, wusste aber, dass dies wichtig war. Denn mein Plan war nun klar: In der Abfahrt so viel Zeit wie möglich rauszufahren und den Vorsprung für die letzten 1000hm hoch auf die Kleine Scheidegg zu nutzen. Dies versuchte ich dann genau so, doch am Schluss des Bachalp-Trails rutschte mir in der Kieskurve das Vorderrad weg und ich küsste etwas unsanft den Boden. Schnell Lenker richten und weiter gings, Moschetti war zum Glück noch nicht zu sehen. So ging der Plan trotzdem auf, auch wenn ich auf die kleine Scheidegg nochmals richtig Kämpfen musste und Angst hatte nochmals eingeholt zu werden. Ich sah sie zwar, aber der Abstand war noch gross genug und ich konnte den zweiten Platz ins Ziel bringen. Sehr zufrieden mit dem gestrigen Rennen konnte ich auch das Leadertikot der Bike Marathon Classics übernehmen.

Nun heisst es gut erholen, denn am Mittwoch geht es bereits weiter mit dem Swiss Epic, welches ich zusammen mit Kim Ames bestreiten werde.     

Bild: Martin Platter