Kurz nach, oder fast schon während dem Andalucia Bike Race, entschieden Dani und ich dieses Jahr auch zusammen am „4 Islands Kroatien“ zu starten.
Letzte Woche war es so weit, und wir standen zusammen auf der Startrampe des Prologs. Nach der kurzen, technischen Strecke von 12km und 260hm platzierten wir uns überraschend auf dem 4. Rang und verloren nur 9s aufs Podest.
Da der Prolog aus meiner Sicht nicht allzu aussagekräftig ist, machte ich mir nicht zu grosse Hoffnung weiterhin so weit vorne mitzumischen. Denn das Rennen war dieses Jahr sehr gut besetzt und richtig los ging es erst in den nächsten Tagen. Trotzdem war es für den Kopf bestimmt schon ein guter Anfang.
Auf der ersten von 4 Etappen waren wir dann aber tatsächlich bereits nach dem ersten Anstieg mit dem gestrigen 3. platzierten Team auf Podest Kurs. Nachdem Dani aber die Kette verlor entstand eine Lücke von ein paar Sekunden. Nach etwa zwei Drittel des Rennens konnten wir aber erneut aufschliessen und das Podest war wieder in Reichweite. Der Plan im letzten längeren Anstieg wegzufahren, ging nicht auf und dummerweise entstand im letzten Trail berghoch eine Lücke zu ihnen, welche wir aber auf den flachen Kilometern nochmals schliessen konnten. Somit waren wir ca. 5km vor Schluss wieder zusammen. Nachdem einen, gescheiterten Versuch wegzufahren, wo sich noch ein Männerteam dazwischendrängte, sah es dann doch nach einer Sprintankunft aus. Das Ganze wurde etwas nervös, sodass ich etwa einen Kilometer vor Schluss auf einmal einen fremden Lenker zwischen meinen Armen hatte. Zum Glück konnte ich mich gerade noch retten und einen Sturz vermeiden. Nachdem uns auch noch ein Auto entgegenkam und wir im Sprint danach etwas eingeklemmt waren, riskierten wir nichts mehr und kamen nach 72km und 1530hm erneut auf Rang 4 ins Ziel. An unserer Sprinttaktik müssen wir definitiv noch arbeiten…. Somit lagen wir nun mit 10s Rückstand auf Rang 4 im Gesamtklassement, hatten aber noch 3 Tage vor uns.
Neue Insel neues Glück, hofften wir jedenfalls. Die 2. Etappe auf der Insel „Cres“ war mit 84km und 1880 hm zugleich die Königsetappe, welche wir vom letzten Jahr bereits kannten. Somit entschieden wir uns, den ersten Anstieg, welcher gleich nach dem Start auf der Fähre losging, etwas dosiert zu fahren. Dies lief ganz gut und wir waren wieder auf Rang 4 unterwegs. Komischerweise sprang Danis Kette gefühlt bei jeder zweiten Abfahrt vom Kettenblatt, also irgendwas stimmte da nicht. Bei der ersten Verpflegungszone sah ich jedoch die ersten 3 Teams nur wenige Meter vor uns, bevor es in den steilen Betonstrassenanstieg ging. Ich fühlte mich heute super und kam gut hoch, mit der Vorfreude auf den darauffolgenden Trail, welcher mir von den letzten beiden Jahren bereits bekannt war. Die 3 Teams vor uns waren jedoch nicht mehr in Sichtweite, doch konnten sie nicht weit sein. Im darauffolgenden flacheren Teil versuchten wir das Tempo hoch zu halten, doch hatte Dani etwas zu kämpfen. Dies bedeutete für mich die Führungsarbeit zu übernehmen, was aber zur Folge hatte, dass wir definitiv langsamer unterwegs waren, als wenn Dani führt, oder wir uns abwechselten. (Denn für alle die es nicht Wissen, Dani kann auf der Fläche richtig Volldampf geben, so dass ich jeweils froh bin, ihr Hinterrad halten zu können.) Leider verloren wir somit ganze 7min auf das 3. Team, was uns zwar im Gesamten nicht zurückwarf, die Change noch auf Rang 3 vorzurücken, jedoch auf beinahe Null schrumpfen liess. Im Ziel stellte sich heraus, dass Danis Kette nicht einfach zu lange war, sondern ihr Schaltwerk tatsächlich nicht mehr richtig funktionierte.
Mit einem neuen Schaltwerk gings auf der Insel „Losinj“ auf die kurze, aber schnelle Etappe von 39km und 900hm. Auch diese war uns bereits bekannt und wir wussten was auf uns wartete. Lange blieben die meisten Teams in der Gruppe zusammen und da wir oft an der schmalen Promenade am Meer entlang fuhren, hiess es Einerkolonne. Von hinten schlossen jedoch die «Masters», welche nach uns gestartet sind auf und es wurde etwas chaotisch mit einigen Überholmanövern. Ich war froh als es wieder breiter wurde und niemand im Meer gelandet war. Uns erwarteten 2 Anstiege, mit je 250hm, wobei der zweite dann erneut ziemlich steil war. Beim Ersten konnten wir noch am 3. Team dranbleiben, doch in der gerölligen Abfahrt riskierten wir nicht ganz so viel wie die anderen und verloren den Anschluss. Wir versuchten im steilen Anstieg das Loch nochmals zu schliessen, schafften es aber leider nicht und auch heute resultierte der 4. Rang. Langsam mussten wir akzeptieren, dass die beiden Sloweninnen vor uns, einfach einen Tick stärker waren.
Nach dem Rennen gab es noch einen 4-stündigen Boottransfer auf die Insel „Rab“, wo am nächsten Tag die letzte Etappe mit 65km und 1640hm auf uns wartete.
Das Ziel war es den 4ten Rang sicher nach Hause zu bringen, ohne zu viel Risiko einzugehen. Natürlich aber, wenn mehr möglich wäre, dies ausnutzen. Auch heute war es erneut hektisch am Start, da uns die Männer wieder im Trail einholten. Dabei entstand wie in den letzten Tagen eine kleine Lücke zur Spitzengruppe und wir hofften nochmals aufschliessen zu können. Denn mir entging nicht, dass die eine der beiden Sloweninnen heute etwas Mühe zu haben scheint. Nachdem ich einen Pfeil verpasste, und wir nur ganz kurz falsch waren, wurden wir wieder von den beiden Teams hinter uns eingeholt. Wir konnten sie kurz darauf aber wieder abschütteln und die Spitzengruppe war teilweise wieder in Sichtweite. Trotzdem blieb die Lücke bestehend und wir kamen erneut mit knapp 1min Rückstand aufs Podest und knapp 5min auf die Spitze ins Ziel.
Schlussendlich sind wir aber zufrieden mit unserem Rennen, zumal wir im Vorfeld überhaupt nicht damit gerechnet hatten, so weit vorne mitfahren zu können, geschweige denn ans Podest zu denken. Wir haben alles gegeben und erneut gut als Team harmoniert. In diesem Sinne nochmals herzlichen Dank an Dani für eine weitere unvergessliche Woche auf und neben dem Bike und natürlich unserem Mechaniker für den top Service!
Foto: Dunja Dopsaj
