Brrrrrr…, bei rund 0 Grad standen wir am Sonntagmorgen am Start des Jura Bike Marathon. Das Wetter war zwar gut, doch durch den Regen und teilweise sogar Schneefall in den Tagen davor, erwartete ich heute nasse und rutschige Bedingungen. Darauf hatte ich mich aber schon die ganze Woche eingestellt und freute mich irgendwie darauf.
Wie schon erwartet zog die Favoritin und spätere Siegerin Anna Weinbeer bereits kurz nach dem Start allein davon. So ging es also in der 4er Gruppe, in der ich mich befand, schon früh noch um Platz zwei. Hier war es vor allem Moschetti, welche Berghoch ziemlich aufs Tempo drückte. In der Abfahrt kam es aber immer wieder zum Zusammenschluss. Als dann der erste längere Anstieg begann, war ich zuerst noch die Einzige, die an Moschetti dranblieb, doch musste ich ebenfalls eingestehen, dass mir das Tempo zu hoch war. Ich fuhr meinen Rhythmus weiter und versuchte den Abstand möglichst klein zu behalten. Doch irgendwann war Moschetti nicht mehr zu sehen, auch nach der langen Abfahrt nicht. Sie schien auf und davon zu sein.
Als ich im zweiten und letzten langen Anstieg aus dem Waldstück kam, sah ich sie auf einmal wieder. Ich stoppte die Zeit, aber es waren doch noch etwas mehr als 2min. Ich merkte aber auch, dass der Rückstand schrumpfte und oben, nach der kurzen Laufpassage, lag ich nur noch rund eine Minute zurück.
Ich fuhr die etwas rutschige Abfahrt möglichst schnell, aber kontrolliert runter und in den Gegensteigungen versuchte ich nochmals alles aus mir herauszuholen, doch ich kam nicht an sie ran. Gerade als ich dachte, dass es nicht mehr reichen würde, tauchte sie plötzlich vor mir auf. Ich überholte sie gleich in der nächsten Gegensteigung und bog zuerst in den Trail ein. Die letzten 5km, teilweise noch technisch, mit kurzen Gegensteigungen lagen noch vor uns. Ich konnte zwar eine kleine Lücke rausfahren, doch kurz vor dem Ziel wurde es dann nochmals eng. Mit 5s Vorsprung sicherte ich mir aber den zweiten Rang.
Foto: Tina Heinzer
