Die zweite Runde des Weltcups fand am MB Race in den französischen Alpen statt. Auf einer harten Strecke von 100 km und 5000hm definitiv kein Zuckerschlecken. Abgesehen von den teilweise sehr schlammigen Bedingungen von den starken Regenfällen in den Tagen davor, war das Terrain ziemlich ähnlich wie bei mir zuhause, sodass ich mich sehr wohl fühlte.
Natürlich wollte ich wie immer das Bestmögliche zeigen, hatte aber keine bestimmte Vorstellung, was den Rang betraf, denn ich wusste, dass es ein sehr langer Tag werden würde und ich grundsätzlich meine Pace fahren muss. Ich merkte schnell, dass auch die anderen Fahrerinnen grossen Respekt von der Strecke hatten, so war der Start sehr gesittet und gemächlich. Als der erste Anstieg begann, zog sich das Feld langsam auseinander. Ich fuhr mein eigenes Tempo und konnte mich gegen Ende des ersten Anstieges etwas nach vorne arbeiten.
In der ersten rutschigen Abfahrt kam ich dann sehr gut zurecht, sodass ich einen Platz gutmachen und zudem zu Janina Wüst aufschliessen konnte. So waren wir auf Rang 9 und 10 unterwegs, was ich zu diesem Zeitpunkt gar noch nicht wusste. Daraufhin folgten zwei kurze Anstiege und bereits früh, sahen wir vor uns wieder 3 Fahrerinnen, welche ich nicht erwartet hatte, wieder einzuholen, geschweige denn zu überholen. Dabei wurde ich etwas unsicher, ob ich nun doch zu schnell gestartet war. Doch ich fühlte mich gut und ich fuhr mein Tempo weiter, auch wenn ich dabei Janinas Hinterrad im Aufstieg oft wieder verlor. Jedoch konnte ich bis zur 2. Feed Zone bei 45km immer wieder aufschliessen.
Nun ging das Rennen erst richtig los, denn zwei lange Anstiege, einer mit 1000hm und der letzte mit der zwischenabfahrt insgesamt 1500hm, warteten noch auf uns. Zusammen mit Janina startete ich in den Aufstieg, dabei lagen wir anscheinend nun auf Rang 7 und 8. Wie ich bereits am ersten Anstieg merkte, kam ich in den steilen Rampen jeweils gut voran. So war es auch hier und ich fuhr meinen Rhythmus weiter, wobei eine Lücke zwischen Janina und mir entstand, jedoch mit der Vermutung, dass sie anschliessend wieder aufschloss. So war es dann auch und sie zog gleich an mir vorbei. Dies hatte ich eigentlich erwartet und wusste auch dass ich das Tempo nicht mitgehen konnte. Obwohl ich ihr Hinterrad verlor, konnte ich aber zwei weitere Fahrerinnen überholen, darunter die Französische- und Österreichische Meisterin. Als ich dann im kurzen Gegenanstieg noch die Europameisteisterin überholte, welche dass Rennen aber leider aufgeben musste und mir unten im Tal mitgeteilt wurde, dass ich auf Rang 5. lag, gab mir das schon den nötigen «mentalen Boost» woooow! Doch ich war noch nicht im Ziel und am vorherigen Berg sah ich, dass Stefanie Walter auf Aufholjagt war. „Nun einfach nicht überholen lassen und falls es doch dazu kommt, möglichst dranbleiben oder keinen zu grosser Abstand lassen“, denn ich sah da meinen Vorteil in der Schlussabfahrt. So war es dann auch, obwohl ich zuoberst der Abfahrt das Gefühl hatte den Lenker kaum mehr halten zu können, ging es auf einmal immer besser. Schliesslich kam ich in den Flow und die Abfahrt machte richtig Spass! Tatsächlich war es schlussendlich Rang 5 und dies nach 7h Rennzeit!
Absolut zufrieden und glücklich über mein Resultat bedanke ich mich bei allen, die mich dabei unterstützen und an mich glauben!
Da dies zugleich das zweite Rennen des Alpine Cups war, konnte ich meine Führung etwas ausbauen und darf auch beim nächsten Rennen im Leader Trikot starten!
