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Saisonstart am La Leyenda de Tartessos

Rund eineinhalb Wochen nach dem Trainingslager auf Gran Canaria stand letzte Woche bereits das erste Rennen der Saison auf dem Programm. Für den diesjährigen Saisonauftakt entschied ich mich am 4-tägigen «La Leyenda de Tartessos» in Huelva (Spanien) teilzunehmen. Das Ziel dabei war, mich wieder ans «Rennen fahren» zu gewöhnen und die Rennhärte zu erlangen, um mich optimal auf die Saison vorzubereiten.

Die erste Etappe (81km / 1500hm), war mit mehreren kurzen Anstiegen gespickt, wobei die ersten 30km mehr oder weniger Flach waren. Wie erwartet blieb die Gruppe eine Weile zusammen, bis dann aber schon die Herren der Masters Kategorien, welche zwei Minuten nach uns gestartet waren, zu uns aufschlossen. Dann war fertig mit der Ruhe. Es wurde ziemlich gedrängelt und umso mehr musste ich aufpassen, den Anschluss zur Spitze nicht zu verlieren, da sich immer wieder Männer dazwischendrängten. Ich hatte jedoch Glück und konnte am längsten an der Kolumbianerin Monica Calderon dranbleiben. Janina Wüst und Teamkollegin Irina Lützelschwab waren jedoch nicht weit dahinter. Ich fühlte mich zwar gut und war selbst etwas über meinen gelungenen Start überrascht, doch musste ich Monica kurz vor der ersten Feedzone dann doch ziehen lassen. Janina und Irina waren jedoch im Anmarsch und ich hoffte mit ihnen weiterfahren zu können, was bei dem starken Wind sicher von Vorteil war. Doch gerade, als sie mich einholten, verlor ich meine Flasche, da sich der Bidon Halter löste, wobei gleich der Deckel kaputt ging und ich nun knapp 5min nach der Verpflegung schon wieder auf «dem Trockenen» war. Um nicht den ganzen Flaschenhalter zu verlieren, zog ich die Schrauben kurz nach, (wobei aber schon eine fehlte) und der Zug nun auch schon abgefahren war. Kurz danach konnte ich das Loch zu Irina noch einmal schliessen, doch war mir das Tempo einfach etwas zu hoch und musste erneut abreissen lassen. Ich versuchte ein gutes Tempo zu fahren und hoffte, dass mir die Energie für die nächsten 25km ohne Flasche nicht komplett ausging. Froh als ich dann bei 60km wieder etwas zu trinken erhielt, hiess es noch 20km durchbeissen. Schlussendlich konnte ich den 4. Rang ins Ziel bringen, was für den ersten Tag ganz ok war, doch hatte ich dann im zweiten Teil doch etwas zu viel Zeit verloren. 

Mit 70km und 1700hm, stand die zweite Etappe bevor. Es ging gleich zu Beginn berghoch und auch gleich zur Sache. Nachdem ich das Startprozedere mitmachte, merkte ich jedoch schnell, dass ich nicht so weiterfahren kann und musste die Spitze ziehen lassen. Vor mir sah ich, dass auch Janina aus der Gruppe viel und ich versuchte zu ihr aufzuschliessen, was mir nach einer Weile auch gelang. Zusammen fuhren wir an 5. Und 6. Position und konnten etwa in der hälfte des Rennens auf die 4. Fahrerin aufschliessen. In der Techzone wurde uns ein Rückstand von 1min auf die Drittplatzierte gemeldet, was wir natürlich aufholen wollten. Nun ging es lange über coole, technische Trails, welche immer wieder kurze knackige Rampen drin hatten. Nach einem kleinen Fahrfehler machte sich Janina aus dem Staub, ich versuchte die Lücke nochmals zu schliessen, schaffte es jedoch nicht, aber distanzierte mich dabei von Cornelia Holland, welche bis dahin auch mit uns unterwegs war. Ich merkte jedoch schon seit einer Weile, dass mein Kniemuskel wieder anfing zu schmerzen, welcher mich in der Woche davor bereits ziemlich beschäftigt hatte. «Mann… muss das jetzt sein!!!» Ich versuchte es weiter, doch je länger es ging, desto weniger Druck konnte ich aufs Pedal bringen, bis mich Cornelia wieder stellte und gleich distanzierte. Ich fuhr die Etappe noch so gut es ging fertig und kam mit einem Rückstand von ganzen 15min auf die Spitze als 6. Frau ins Ziel.

Abends investierte ich viel Zeit mit Blackroll, Massagegun, Dehnen usw… und hoffte am nächsten Tag möglichst schmerzfrei über die Runden zu kommen.  

Die 3. Etappe war mit 70km und nur 700hm fast flach und hatte kaum mal einen längeren «Anstieg» als 40hm am Stück. Nachdem wir vom Start, welcher mitten in der Stadt war, etwa 8 km auf Hauptstrasse und Radweg in den Wald fuhren, war der Rest der Etappe auf spassigen Trails im Wald. Dummerweise verpasste ich die Gruppe gleich zu Beginn, als es zusammen mit den Männern durch die Stadt ging, und ärgerte mich sehr darüber! Vergebens versuchte ich den Anschluss wieder herzustellen und fuhr so das ganze Rennen etwas verloren hinten nach. Zwischendrin konnte ich zwei Fahrerinnen überholen, welche aus der Spitzengruppe vielen, sodass ich schlussendlich als enttäuschende 8. Frau ins Ziel kam und dabei auf den Gesamt 6. Platz zurückfiel. Für mich definitiv ein Tag zum Vergessen, doch konnte Teamkollegin Irina diese Etappe für sich entscheiden! Und etwas Gutes hatte es doch, mein Knie war heute komplett schmerzfrei.  

Für die 4. Und letzte Etappe mit nur 45km und 700hm war Hektik vorprogrammiert. Ausserdem waren auch da, die 2 min Vorsprung auf die Masters Männer wieder zu wenig, sodass es schnell chaotisch wurde. Ich hatte aber stehts eine gute Position und auch als Irina und die Leaderin Monica das Tempo anzogen, konnte ich mich festbeissen. Schliesslich wurde ich aufgefordert mich auch an der Führungsarbeit zu beteiligen, was ich schon längst getan hätte, wäre ich nicht schon so beinahe explodiert, um die jeweiligen Tempoverschärfungen mitzugehen. Ausserdem viel ich bei jeder Rampe beinahe weg. Ich tat aber mein Bestes und setzte mich auch zwischendurch an die Spitze. Natalia Fischer schaffte den Anschluss nochmals und so kamen wir schlussendlich zu viert dem Ziel entgegen. Obwohl ich den Sprint nicht mehr ganz durchziehen konnte, war ich optimal positioniert, während andere teilweise im Gedränge mit den Männern keine freie Bahn hatten. Tatsächlich konnte ich so die letzte Etappe für mich entscheiden, sodass ich das Rennen doch noch mit einem guten Ergebnis abschiessen konnte. Im Gesamten reichte es aber leider nur für den 6. Schlussrang.

Alles in Allem war es definitiv eine gute Vorbereitung und Standortbestimmung. Bis Mitte März bleibt noch etwas Zeit, um an meinen Defiziten zu arbeiten.

Besten Dank an Irinas Eltern für den Support!!!