Zusammen mit Liisa Ehrberg aus Estland nahm ich dieses Jahr am «4 Island Stage Race» in Kroatien teil. Wie bereits letztes Jahr startete das Rennen mit einem kurzen Prolog, gefolgt von 4 Etappen auf 4 verschiedenen Inseln Kroatiens.
Der Prolog lief zwar für uns beide nicht schlecht, doch hatten wir das Gefühl noch nicht ganz in den Rennmodus gefunden zu haben. Nichtsdestotrotz landeten wir auf Rang 3 und merkten, dass die Zusammenarbeit soweit klappte, obwohl wir uns erst seit 2 Tagen kannten.
Der Start zur ersten Etappe war schnell, denn das Leaderteam drückte bereits aufs Tempo. Da merkten wir auch, dass das zweitplatzierte Team, wie angenommen, stärker bergauf fährt als wir. Nachdem ich im ersten Anstieg beinahe explodierte, fuhren wir unser eigenes Tempo weiter. Auf der darauffolgenden Fläche merkte ich wie stark Liisa auf flachem Terrain unterwegs ist und hatte sogar im Windschatten Mühe mitzuhalten. Nach der ersten Abfahrt konnten wir wieder aufs 2. Team aufschliessen und so ging es immer hin und her, da wir definitiv nicht mit dem anderen Team zusammenarbeiten konnten. Leider setzten sie sich im nächsten Anstieg erneut ab und der Schlusstrail war etwas zu kurz, um das Loch wieder zu schliessen. Mit 25 Sekunden Rückstand auf Rang zwei, waren wir also erneut 3.
Der 3. Tag war definitiv unser Glückstag, wobei ich mich aber auch richtig gut fühlte. Unser Plan, am ersten kurzen Anstieg an der Spitze dranzubleiben, um dann vor Team 2 in den ersten Trail zu kommen, um anschliessen vielleicht sogar mit den Leader über die Fläche zu heizen, ging beinahe auf. Doch nach einem Plattfuss der Leader, kamen wir als erstes Frauenteam aus dem Trail. Nun hiess es einfach «Vollgas» und den Vorsprung versuchen zu halten. Ich weiss nicht, ob es das Adrenalin war oder einfach sonst ein guter Tag, jedenfalls fühlte ich mich super und wir fuhren so schnell es ging. Auf einmal konnte Team 2 dann doch zu uns aufschliessen, aber auch sie wurden durch einen Plattfuss kurz aufgehalten und wir konnten sie erneut distanzieren. Dann kam der hügelige Teil, den ich vom letzten Jahr noch kannte. Es ging endlos auf Schotterstrasse auf und ab und alles sah gleich aus. Wir versuchten das Tempo so hoch wie möglich zu halten und teilten uns die Führungsarbeit. Doch dann, 4 km vor dem Ziel schlossen die Leader zu uns auf und tatsächlich gab es eine Lücke, welche wir nicht mehr schliessen konnten. Auch wenn es zu schön gewesen wäre, die Etappe zu gewinnen mussten wir uns damit abfinden, dass sie einfach stärker sind. Doch siehe da, kurz vor dem Ziel ging es über eine Treppe runter und da standen sie, denn die Kette war vom Ritzel gefallen. Und so landeten wir trotzdem auf Platz 1, unglaublich, aber man darf auch einmal Glück haben 😉. Somit langen wir nun in der Gesamtwertung an zweiter Stelle.
Nachdem wir so viel Glück hatten, musste ich am nächsten Tag etwas einbüssen. Ich war während der ganzen Etappe völlig am Limit und versuchte einfach das Hinterrad von Liisa zu halten, was aber auch nicht immer funktionierte. Erneut Rang 3 mit 2min Rückstand auf Rang zwei, sodass wir im gesamten immer noch an zweiter Stelle waren und mit einem guten Vorsprung von 7.5 min auf Rang 3 in die letzte Etappe starten konnten.
Trotz des guten Vorsprungs war ich sehr nervös, denn wir wollten natürlich unbedingt den zweiten Platz verteidigen. Auch die letzte Etappe kannte ich noch vom letzten Jahr und so machten wir uns einen Plan: Unbedingt vor dem 3. Team in die ersten Trails – kleiner Vorsprung vor den beiden Anstiegen rausfahren – nicht zu viel Zeit im Anstieg verlieren – in der Abfahrt und anschliessenden Trails ein- und überholen. Es lief nicht ganz nach Plan, aber noch fast besser, denn wir waren zusammen zuoberst des zweiten Anstiegs, sodass wir zuerst in den Trail konnten. Somit beendeten wir die letzte Etappe auf Rang 2. und konnten auch den 2. Gesamtrang behalten.
Es war eine super Woche und obwohl ich Liisa im Vorfeld kaum kannte, entstand nicht nur eine gute Freundschaft, sondern war es auch richtig cool mit ihr zusammen Rennen zu fahren. Danke Liisa!!!
