Genau eine Woche nach dem Grand Raid stehe ich wieder am Nationalpark Bike Marathon in Scuol am Start. Wie gut erholt ich bin, würde sich heute auf den 140km und 3800hm zeigen.
Nebst der amtierenden Schweizer- und Europameisterin Anna Weinbeer, welche auch heute wie erwartet wieder eine Klasse für sich war, standen mit Recchia und Nisi noch zwei schnelle Italienerinnen, welche ich als Podest Anwärterinnen sah, am Start.
Es ging los in Richtung S-charl, Weinbeer fuhr wie erwartet davon und Nisi schlug ebenfalls ein für mich zu schnellem Tempo an. Dahinter Recchia, dann ich. Auf dem Weg ins Val S-charl, konnte ich dann die Lücke zu Recchia schliessen und wir fuhren zusammen bis zur Alp. Auf dem Wanderweg hoch zum Costainas fiel Recchia jedoch bereits unerwartet weg.
Nach der Abfahrt, in Fuldera wurde mir ca. 3 min Rückstand auf Nisi berichtet. Das war viel, aber nicht unmöglich noch aufzuholen und so fuhr ich ein möglichst schnelles und regelmässiges Tempo weiter, jedoch ohne zu überdrehen. Ende Val Mora tauchte Nisi auf einmal vor mir auf und wir fuhren gleichzeitig in den Anstieg zum Alpisella. Ich wusste, dass sie Berghoch stärker war, jedoch war ich etwas schockiert, dass ich kaum 30 Sekunden folgen konnte und sie oben auf dem Pass bereits 2 min Vorsprung hatte. Ich hatte aber schnell gemerkt, dass ich Bergab einiges schneller fuhr und so war ich unten im Livigno wieder an ihr dran. Das Spiel wiederholte sich auch hoch auf den Chaschauna Pass, obwohl ich mich immer noch gut fühlte, auch wenn dieser Anstieg immer hart ist. Der Rückstand war aber im darauf folgendem Flowtrail relativ schnell wieder zugefahren und ich wollte natürlich überholen, kam jedoch nicht an ihr vorbei. Nach dem Trail klappte es dann endlich und ich wusste was nun zu tun war. Nämlich schnell Bergab und dann Vollgas das Engadin runter. Alles, was ich da rausholen konnte, hatte ich als Polster nach Lavin hoch bis nach Ftan. Unten in S-chanf betrug der Vorsprung 4min und bis ins Ziel konnte ich diesen doch noch auf 13min ausbauen. So musste ich in der Schlussabfahrt nichts mehr riskieren und konnte den 2. Platz sicher ins Ziel bringen.
Das Rennen ist für mich immer speziell, auch wenn ich keine Engadinerin bin, ist es trotzdem mein Heimrennen. Denn es hat immer viele bekannte Gesichter auf und neben der Strecke, manche die ich erwarte, mache nicht. Und wenn man weiss, dass, seit ich mich erinnern kann und ohne dass es jemals abgemacht war, jemand immer am selben Ort an der Strecke steht, dann macht genau das, den kurzen knackige Anstieg etwas weniger hart und ja, es war auch dieses Jahr so! 🙂
Danke allen fürs betreuen und anfeuern!