Nachdem die letzten beiden Wochenenden mit Eiger Bike und Grand Raid lange und intensiv waren, entschied ich mich dieses Wochenende den Nationalpark bike Marathon auszulassen. Schade, aber mit dem Radklassiker Chur-Arosa hatte ich ebenfalls ein Heimrennen, welches einiges kürzer und sicher auch nicht schlecht war, um etwas Spritzigkeit zurückzuerlangen.
Obwohl ich im letzten halben Jahr im Schnitt alle 2 Wochen bei der Arbeit nach Arosa und zurück fuhr, wusste ich trotzdem nicht alle Kurven auswendig, kannte aber den Streckenverlauf sehr gut.
Wie aber alle wissen, ist es wichtig, nach dem ersten Anstieg nach Maladers, resp. nach Castiel, wo es dann wirklich abflacht, eine gute Gruppe zu haben. Dies hatte ich, jedoch befanden sich auch noch 2 weitere Frauen in der Gruppe und wir waren somit um Platz 4-6 unterwegs. Ich hielt mich immer vorne in der Gruppe auf und versuchte jede Tempoverschärfung mitzugehen und möglichst aktiv zu fahren. Ausserdem fuhr ich die Ablösungen so gut wie möglich, um einerseits kein „Hindernis“ für die Männer zu sein und andererseits das Tempo hochzuhalten. Es machte mir Spass, so zu fahren, wusste aber dass es eigentlich dumm war, als einzige Frau immer wieder zu führen. Ich fand einfach, dass das, auch für mich als Frau dazu gehört und ausserdem wollte ich vorne dabei sein, falls jemand versuchte davon zu fahren. Manchmal riss die Gruppe etwas auseinander und ich hatte jedes Mal die Hoffnung, so die anderen beiden Frauen loszuwerden. Larissa fiel wegen einem kleinen Problem am Rad weg, ansonsten kam es immer wieder zum Zusammenschluss.
Als es dann von Litzirüti in den letzten Anstieg hoch nach Arosa ging, zerriss die Gruppe wie erwartet und ich konzentrierte mich nur noch auf Alia. Ich merkte, dass ich nicht mehr so viel Power hatte, einen wirklichen Angriff zu starten, so waren es eher erfolglose Tempoverschärfungen. In Arosa angekommen ging’s nur noch eine Runde um den Obersee und somit war klar, dass es doch zum Sprint kommen würde. Nun war ich etwas asozial und fuhr einfach nicht mehr im Wind. Dummerweise musste ich in der Kurve die äussere Linie fahren und die Körner waren mir doch noch ausgegangen, sodass ich im Sprint um Rang 4. leer ausging. Gratulation an Alia zum Sieg bei der U23 und den 4. Overall Rang!
Ich bin zufrieden mit meiner heutigen Form, über die Taktik kann man sich streiten, denn ich bin selbst schuld, so viel Führungsarbeit geleistet zu haben. Geduld gehört eben auch zum Strassenradsport dazu ;-).
Danke dem RMV-Chur für die Organisation und die Startnummer #1, welche mich schon fast etwas unter Druck setzte ;-)!
