Endlich stand ich auch einmal am Raid Evolénard, in den Walliser Bergen am Start. Ein hartes aber richtig cooles Bikerennen, mit 62km und 2600 hm wartete auf uns.
Wenn einem sogar die Männer sagen, man soll noch ein paar Körner für den zweiten langen Anstieg sparen, dann kann man sich wohl drauf verlassen. So entschied ich mich bereits vor dem Start, das Rennen in meinem Tempo in Angriff zu nehmen und mich nicht von den anderen verleiten zu lassen.
Wie erwartet war dann das Tempo schon von Beginn weg zu hoch für mich, um dies durchziehen zu können. Obwohl es im ersten Moment hart war sich einfach von der Gruppe wegfallen zu lassen, bewährte es sich bereits im oberen Teil des ersten Anstiegs. Zu Beginn noch auf Rang 10 unterwegs, konnte ich bis zur ersten Zwischenabfahrt einiges aufholen und in der Abfahrt gleich zwei Fahrerinnen überholen. So lag ich zuoberst bereits auf Rang 7.
Nachdem ich dann in der langen Abfahrt zu Tanja Priller und Pauline Roy aufschliessen konnte, kam ein kurzes Flachstück, wo wir uns die Führungsarbeit teilten. Zum Schluss von der Abfahrt schloss ich zu meinem überraschen zu Janina Wüst auf. Ich merkte schnell, dass sie heute nicht ihren besten Tag hatte.
So fuhren wir die nächsten Kilometer zusammen, bis ich sie in der Mitte des zweiten Anstiegs etwas distanzieren konnte. Immer wieder gab es steile Rampen und da sich bereits im ersten Anstieg leichte Krampf Erscheinungen im Oberschenkel bemerkbar gemacht hatten, musste ich nun richtig aufpassen. Dies war mühsam, denn ich hatte das Gefühl meine Kräfte wirklich gut eingeteilt zu haben denn es lief sonst noch ganz gut. Obwohl dann auf beinahe 2500 m.ü.M. die Luft schon langsam knapp wurde…
Trotz allem, hatte ich zuoberst ein gutes Polster auf Janina und auf die Fahrerinnen dahinter und ich fuhr die Abfahrt zügig, aber kontrolliert, so dass ich den 4. Platz sicher ins Ziel brachte.
Zu meinem Erstaunen verlor ich „nur“ 1.5min aufs Podest, was mich ziemlich überraschte, denn ich sah die drittplatzierte während des ganzen Rennens nicht.
Da kamen dann schon Gedanken wie: „was wäre ohne Krämpfe (welche dann doch noch kurz auftauchten) möglich gewesen“, oder „hätte ich in der Abfahrt doch mehr riskieren sollen…???“
Aber es ist so wie es ist und ich bin trotzdem sehr zufrieden, auch wenn es wieder der 4. Rang ist. Denn auch dieses Mal war das Rennen gut besetzt und ich hatte mir im Vorfeld eine solche Platzierung nicht zugetraut.
Nun heisst es schnell und gut erholen, bevor es am Samstag bereits mit dem Hero Dolomites im Val Gardena weiter geht.
